Papilio machaon (Schwalbenschwanz, Le Grand Porte-queue, Swallowtail)

Papilio machaon, auch als Schwalbenschwanz oder Swallowtail bezeichnet, ist einer der größten und prächtigsten Schmetterlinge der Paläarktis (Schwerpunkt Europa). Die Erstbeschreibung erfolgte 1758 durch Linnaeus. Mit einer Flügelspannweite von 6,5 – 7,5 cm gehört Papilio machaon zu den größten Schmetterlingen Europas, im weltweiten Vergleich jedoch zu den kleinen Vertretern der Familie der Schwalbenschwänze. Der Schmetterling hat eine gelbe Grundfärbung, wobei diese von einer sehr hellen Farbnuance bis zu einem kräftigen Gelb variieren kann. Papilio machaon ist der Anpassungskünstler unter den Schwalbenschwänzen und hat beinahe die gesamte nördliche Hemisphäre besiedelt.

 

Detailierte Bilder zur Bestimmung des Schmetterlings

Photo © by Thomas Neubauer; Mai 2008
Photo © by Thomas Neubauer; Mai 2008
Photo © by Thomas Neubauer; 14.05.2007
Photo © by Thomas Neubauer; 17.08.2006

Hier ist Papilio machaon (Schwalbenschwanz, Le Grand Porte-queue, Swallowtail) zu sehen. Papilio machaon gehört zu den Papilionidae / Ritterfalter der Paläarktis (Schwerpunkt Europa).


Beschreibung

Die Vorderflügel von Papilio machaon tragen am Rand eine breite, schwarze Binde, die durch eine Reihe gelber Punkte unterbrochen ist. Rund um den Körper verläuft eine breite, dunkle Zone. An der Vorderkante reihen sich drei größere, dunkle Flecken, welche durch die schwarz hervorgehobenen Adern miteinander verbunden sind.
Die Unterseite gleicht der Oberseite in weiten Teilen, jedoch ist die Reihe gelber Punkte durch eine gelbe Binde ersetzt.

Die Hinterflügel vom Schwalbenschwanz sind ausgezahnt und tragen einen Schwanzfortsatz, dem der Schmetterling seinen Namen verdankt. Die breite Binde am Rand setzt sich hier fort, nur dass sie nun von Blau durchzogen ist. Das untere Ende dieser Binde wir durch einen großen, roten Augenfleck gekennzeichnet. Die Reihe an gelben Punkten ist wesentlich stärker ausgeprägt als am Vorderflügel. Die einzelnen Punkte sind hier gut doppelt bis dreimal so groß. Rund um den Körper verläuft eine schmale, dunkle Zone. Ein einzelner, schwarzer Strich ist mitten im gelben Flügelbereich zu sehen. Die Adern sind grundsätzlich gelb gefärbt, jedoch scheinen die schwarz hervorgehobenen Adern der Flügelunterseite durch.
Die Unterseite trägt die deutlich hervorgehobenen Adern und zwei zusätzliche rote Flecken am Innenrand der blaudurchzogenen Binde.

Der Körper des Schmetterlings ist ebenfalls gelb trägt jedoch links und rechts je einen dünnen und oben einen breiten, schwarzen Streifen.

Geschlechtsunterschiede: Keine. Beide Geschlechter tragen die gleiche Flügelzeichnung.


Verbreitung

Der Schwalbenschwanz ist ein global player unter den Schmetterlingen, da er in der gesamten Holarktis beheimatet ist. Sein Verbreitungsgebiet umfasst ganz Nordamerika, Europa, Nordafrika und Asien.

Papilio machaon ist bis in Höhen von ca. 2500m anzutreffen.


Diese Weltkarte zeigt die zoogeographischen Zonen, in denen die jeweilige Spezies beheimatet ist.

Flugzeit

In Nordeuropa gibt es von Juni bis August nur eine Generation, im Süden hingegen mehrer, wobei der Schmetterling hier von April bis Oktober zu beobachten ist.


Futterpflanzen

Dille, Fenchel, Kümmel, Petersilie, Wilde Möhre.

Photo © by Thomas Neubauer

Allgemeines

Die Erstbeschreibung des Schwalbenschwanzes erfolgte 1758 durch Linnaeus. Aufgrund seiner extremen Verbreitung hat dieser Schmetterling nicht nur unzählige Trivialnamen erhalten, sonder auch eine Vielzahl von sehr ähnlichen Unterarten ausgebildet. Hier seinen einige angeführt:

  • Papilio machaon aliaska   [Scudder, 1869]
  • Papilio machaon asiaticus   [Ménétriés]
  • Papilio machaon bairdii   [Edwards, 1866] Western Black Swallowtail
  • Papilio machaon baijangensis   [Huang & Murayama]
  • Papilio machaon centralis   [Staudinger, 1886]
  • Papilio machaon gorganus   [Fruhstorfer, 1922]
  • Papilio machaon hudsonianus   [Clark, 1932]
  • Papilio machaon kamtschadalus   [Alpheraky, 1897]
  • Papilio machaon ladakensis   [Moore, 1884]
  • Papilio machaon lapponica   [Verity, 1911]
  • Papilio machaon mauretanica   [Verity, 1905]
  • Papilio machaon oregonius   [Edwards, 1876] Oregon Swallowtail
  • Papilio machaon oreinus   [Sheljuzhko, 1919]
  • Papilio machaon orientis   [Verity, 1911]
  • Papilio machaon pikei   [Sperling, 1987]
  • Papilio machaon sachalinensis   [Matsumura, 1911]
  • Papilio machaon schapiroi   [Seyer, 1976]
  • Papilio machaon sylvinus   [Hemming]
  • Papilio machaon syriacus   [Eller, 1939]
  • Papilio machaon ussuriensis   [Sheljuzhko, 1910]
  • Papilio machaon verityi   [Fruhstorfer, 1907]
  • Papilio machaon weidenhofferi   [Seyer, 1976]

Die Raupe ist grün und schwarz gestreift und trägt rötliche Punkte. Sie vermag eine stinkende Rückengabel auszustülpen um sich zu verteidigen. Die Raupe verpuppt sich zu einer so genannten Gürtelpuppe, die am unteren Ende am Zweig fixiert ist und auf halber Höhe von einem Seidengürtel gehalten wird. Die Puppe ist entweder grün, oder braun. Die Art überwintert als Puppe.

Photo © by Rudolf Faustmann; Raupe von Papilio machaon
Photo © by Thomas Neubauer; Puppe von Papilio machaon

Das ist ein frisch geschlüpfter Schwalbenschwanz. Er pumpt gerade seine Flügel auf.

Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer


Die Variabilität des Schmetterlings ist gering, sodass nur in seltenen Fällen Exemplare mit z.B. zusätzlichen roten Flecken zu beobachten sind.
Weitläufigere Änderungen in der Flügelzeichnung sind absolute Raritäten.

Photo © by Thomas Neubauer; Foto stammt von einer Entomologentagung
Photo © by Thomas Neubauer; Mai 2008
Photo © by Thomas Neubauer; Mai 2008

Hier sind natürliche Aberrationen von Papilio machaon (Schwalbenschwanz, Le Grand Porte-queue, Swallowtail) abgebildet. Solch überaus seltene Merkmale können durch besondere Umwelteinflüsse z.B. Temperaturschwankungen, während des Stadiums der Verpuppung verursacht werden.


Schutzbestimmungen

Ähnliche bzw. nah verwandte Schmetterlinge

Iphiclides podalirius [Linnaeus, 1758] (Segelfalter, Le Flambé, Scarce Swallowtail) 

Papilio alexanor [Esper, 1800] (Alexanor Schwalbenschwanz, Southern Swallowtail)

Papilio hospiton [Guenée, 1839] (Korsischer Schwalbenschwanz, Corsican Swallowtail)

Papilio xuthus [Linnaeus, 1767] (Japanischer Schwalbenschwanz, Machaon asiatique, Asian Swallowtail) ASIEN


Beobachtungstipp

Zur Mittagszeit versammeln sich die Falter gerne auf Anhöhen, was die Partnersuche erleichtert. Dieses Verhalten wird als „Hilltopping“ bezeichnet. Der Schwalbenschwanz gehört zu den Schmetterlingen, die man schon am Flugstil erkennen kann. Papilio machaon ist sehr unstet und lässt sich nur selten für längere Zeit auf einer Blüte nieder, wobei er auch dabei nervös mit den Flügeln schlägt.


Wissenschaftlicher Name

Papilio machaon Linnaeus 1758


Andere Namen

 Schwalbenschwanz
 Le Grand Porte-queue
 Swallowtail; Common Yellow Swallowtail
 Old World Swallowtail; Artemisia Swallowtail
 Ritariperhonen
 Makaonfjäril; Riddarfjäril
 Makaon
 Paź królowej


Klassifizierung / Taxonomie / Stammbaum

Zum Stammbaum (Genus: PAPILIO)...


Zoogeographische Zuordnung

Paläarktis (Schwerpunkt Europa)

 

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