Schmetterlinge zeichnen & fotografieren

Schmetterlinge sind ein wunderbares Beispiel für absolute Schönheit in der Natur. Ihre Farbenpracht und Musterung kennt keine Grenzen. Mit den Hilfsmitteln der Fotografie, aber auch dem Zeichenblock lassen sich Schmetterlinge festhalten. Wie kann man das machen? Nun, in diesem Beitrag möchte ich ein wenig erklären, welchen Weg ich dabei gegangen bin, was zwischen dem Entschluss und der späteren Umsetzung liegt. Eines kann ich jedoch gleich vorweg nehmen: Weder das Fotografieren, noch das Zeichnen von Schmetterlingen ist eine einfache Sache.

 

 

Das Zeichnen von Schmetterlingen:

Jeder von uns hat gewiss schon einmal versucht einen Schmetterling zu zeichnen und sei es vor langer Zeit im Kindergarten gewesen. Ein Kreis für den Kopf, zwei Striche für die Fühler, ein Oval für den Körper und schließlich vier seitliche Rundungen für die Flügel. So könnte es gewesen sein, doch in diesem Beitrag möchte ich mich mit der weitgehend naturgetreuen Abbildung, sozusagen dem Portrait eines Schmetterlings beschäftigen. Keine Angst ich habe keinerlei zeichnerische Ausbildung, außer dem was einem die Pflichtschule mitgibt.

Für den Anfang brauchen wir einen Zeichenblock, einen weichen Bleistift und einen Radiergummi. Wenn die Zeichnung auch noch farbig sein soll fehlen noch ein Buntstiftsortiment und einige, feine Buntstifte.

Foto © by Thomas Neubauer

Gut, jetzt brauchen wir ein Motiv. Für den Anfang nehmen wir uns ein unbewegliches Ziel vor (z.B. ein Foto aus einem Buch)

Die Umrisse sind der erste Schritt, die mitunter auch noch recht bequem durchgepaust werden können, wenn das Papier nur dünn genug ist. Die Linienführung des Bleistiftes sollte ganz zart sein, damit Korrekturen mit dem Radiergummi keine Rückstände hinterlassen. Sobald man mit dem Resultat zufrieden ist können die Linien nachgezogen werden.

Schritt zwei ist etwas komplizierter. Nachdem wir die Umrisse und damit die Proportionen festgelegt haben geht es an die Flügelzeichnung. Die Flügelzeichnung ist mitunter sehr kompliziert und undurchschaubar und so ist es ratsam Hilfsstriche anzubringen, die grob scharfen Konturen ihren Platz zuweisen. Dann beginnt die Feinarbeit. Sehr helle Bereiche sollten freigelassen werden, wohingegen dunkle mit Bleistift ausgefüllt werden können. Auch unterschiedliche Schattierungen sind mit Bleistift möglich. Die jeweiligen Fortschritte sollte immer mit der Vorlage verglichen werden.
Das sieht jetzt schon recht gut aus und könnte so belassen werden, wenn es eine schwarz-weiße Zeichnung sein soll.

Zeichnung © by Thomas Neubauer

 

Der dritte Schritt befasst sich mit der Farbgebung. Vorweg muss einem eines klar sein: Die Farbenvielfalt der Schmetterlinge sprengt jede Farbpalette an Stiften. Dies sollte man sich immer vor Augen halten, damit man im Nachhinein nicht enttäuscht ist.
Im Grunde geht es nun „nur“ noch um das Ausmalen der Flügelzeichnung. Auf einem weiteren Blatt Papier sollten Farben ausprobiert werden, ob sie auch wirklich der Vorstellung entsprechen. Nur Mut, mit Buntstiften kann man auch Farbmischungen oder Farbverläufe meistern. Wichtig auch hier: Immer mit leichter Farbgebung beginnen. Farbmischungen können durch Verreiben mit dem Finger verbessert werden.
Bei sehr kräftigen, einheitlichen Farben kommen dann, wenn vorhanden Filzstifte zum Einsatz. Paradebeispiele sind schwarze Flächen, die bekommt man mit Buntstift einfach nicht hin, egal wie fest man aufdrückt.

So, jetzt haben wir es geschafft, die Zeichnung ist fertig. Hier einige Beispiele mit den jeweiligen Fotos zum Vergleich.

Foto & Zeichnung © by Thomas Neubauer; Anteos menippe
Foto & Zeichnung © by Thomas Neubauer; Precis hierta cebrene
Foto & Zeichnung © by Thomas Neubauer; Graphium weiskei

Wen man einige Übung im Zeichnen von Schmetterlingen erlangt hat kann man dazu übergehen lebende Exemplare zu zeichnen. Hierbei sei gesagt, dass man sehr viel Geduld haben muss. Am wichtigsten ist jedoch die Körperhaltung festzuhalten. Wenn möglich kann man die eigentliche Flügelzeichnung mithilfe eines Fachbuches nachträglich einfügen.

Zeichnung © by Thomas Neubauer

Das Fotografieren von Schmetterlingen

Wer nicht mit Zeichenbrett und Stiften arbeiten will, dem steht noch die Fotografie offen. Hierbei übernimmt die Kamera das naturgetreue Abbilden der Schmetterlinge, aber so leicht wie das klingt ist es auch nicht. Die Kamera will gut geführt sein, das Licht muss passen und das Motiv soll auch in akzeptabler Größe und Schärfe abgelichtet sein.
Ich selbst bin kein Profifotograf und habe auch nur eine ganz einfache Ausrüstung, doch auch damit lassen sich sehenswerte Resultate erzielen.

Für den Anfang reicht eine einfache digitale Kompaktkamera, wie sie in jedem Urlaub zum Einsatz kommt. Für das Fotografieren von präparierten Exemplaren ohne Sonnenlicht braucht man noch eine geeignete Lichtquelle und wenn die Motive so klein werden, dass die Kamera kein zufrieden stellendes Ergebnis liefert, kann man noch mit einer Leselupe ein wenig nachhelfen.

Meine Ausrüstung:

Aufnahmen bei Tageslicht:

Meine ersten Aufnahmen fertigte ich bei direktem Sonnenlicht, von einem präparierten Exemplar an. Nur Sonnelicht vermag die volle Farbenpracht eines Schmetterlings zu entfalten. Diese Fotos können einfach und schnell angefertigt werden und müssen kaum digital nachbearbeitet werden. Ein starker Schatten, sowie die Wetterabhängigkeit können jedoch als Nachteile angeführt werden.

Aufnahmen bei künstlichem Licht:

Sonnenlicht ist eine prima Sache, doch leider scheint die Sonne nicht immer dann, wenn man sie braucht. Aus diesem Grund wollte ich vom Sonnenlicht unabhängig werden, doch das war nicht so einfach. Sehr rasch stellte ich fest, dass Licht nicht gleich Licht ist. Jede Lampenart erzeugt ein eigenes Lichtspektrum. Ein einfaches Blatt weißen Papiers unter den jeweiligen Lichtquellen betrachtet offenbart die Unterschiede. Zum Beispiel erzeugen Glühbirnen ein eher gelbliches Licht, was natürlich zu einem Gelbstich der Fotos führt.
Für dieses Problem gibt es keine perfekte Lösung, da die jeweiligen Lampen nur einen Bruchteil des Spektrums des Sonnenlichts abdecken.
Ich kam zu dem Schluss, dass der einzig gangbare Weg in der Kombination unterschiedlicher Lampen liegt. Die folgenden Anschaffungskosten hielten sich in Grenzen. Drei kurze Leuchtstoffröhren aus dem Bauhaus, wobei ich bei einer die herkömmliche Leuchtstoffröhre gegen eine Taglichtröhre aus einem Aquariengeschäft tauschte. Sinnvoll arrangiert ergibt sich eine gleichmäßige Beleuchtung.
Die Vorteile dabei sind die Unabhängigkeit vom Wetter und dass es durch die gleichmäßige Ausleuchtung von mehreren Seiten keinen Schatten gibt. Der Nachteil daran ist, dass man die Fotos in der Regel doch nachbearbeiten muss.

Foto © by Thomas Neubauer

Aufnahmen von sehr kleinen Motiven:

Die Lösungen, die der Fachhandel anbietet (Digitale Spiegelreflexkamera, Makroobjektive,...) sind sehr teuer und kommen daher für mich als Hobbyfotograf nicht in Betracht. Aber bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom.

Meine erste Versuche mit einer Leselupe vor der Kameralinse zeigten den richtigen Weg. Damit war es ein leichtes mein Motiv ein klein wenig, aber doch deutlich vergrößert abzubilden. In einer Hand die Kamera und in der anderen die Lupe. Jeder kann sich ausmalen, dass das sehr unpraktikabel war. Darüber hinaus störte die Größe der Lupe die Ausleuchtung des Motives, warf ständig einen Schatten darauf.

Das folgende Foto entstand wie beschrieben mit der Lupe als Vergrößerungshilfe.

 

Foto © by Thomas Neubauer; Papilio arcturus Makro mit Lupe angefertigt.

Der Weg war gefunden, doch nun galt es den nächsten Schritt zu tun!

Folgende Kriterien sollte die Linse erfüllen:

  • Eine kleine Sammellinse, die keinen Schatten auf mein Motiv wirft.
  • Diese Linse muss stark sein (hohe Vergrößerungswirkung), damit sich der Aufwand lohnt.
  • Die Linse muss auf der Kompaktkamera montierbar sein.
  • Sie darf nicht zu teuer sein.

 Tja, das waren 4 Wünsche auf einmal, die nicht leicht unter einen Hut zu bringen sind, aber ich hatte eine Idee...

Das Zauberwort lautete UHRMACHER. Diese Berufsgruppe hantierte mit kleinen Lupen, mit deren Hilfe sie die winzigen Bauteile von Uhren manipulieren können.
In einem entsprechenden Großhandel wurde ich fündig. Die Linsen waren klein, es gab sie in verschiedenen Stärken, sie waren in einem Zylider eingefasst, den ich über meine Optik stülpen konnte und sie waren mit 10 - 30 € vergleichsweise billig.

So sehen meine "Makroobjektive" aus:

Foto © by Thomas Neubauer
Foto © by Thomas Neubauer

In Relation zur Primitivität meiner Ausrüstung bin ich mit dem Resultat mehr als zufrieden. Ich bin stolz daraus die Auflösung meiner Kopaktkamera soweit gesteigert zu haben, dass ungeahnte Details wie einzelne Schuppen und Haare auf Schmetterlingsflügeln deutlich erkennbar sind.

Für mich hat sich damit wieder einmal gezeigt, dass man mit einer guten Idee, etwas Geschick und Ausdauer sehr viel erreichen kann.

Die Makros sprechen für sich...

Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Photo © by Thomas Neubauer
Foto © by Rudolf Faustmann
Foto © by Rudolf Faustmann
Foto © by Rudolf Faustmann

Hier ist der Fühler eines Nachtfalters detailiert abgebildet.

Foto © by Rudolf Faustmann
Foto © by Rudolf Faustmann
Foto © by Rudolf Faustmann

Hier sind die Schuppen detailiert abgebildet.


 

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