Tagfalter oder Nachtfalter ?
Wie kann ich Tag- und Nachtfalter unterscheiden? Gibt es da eindeutige Unterscheidungsmerkmale? Kann man sich dabei auf seinen Hausverstand verlassen? Nun, genau das wollen wir in diesem Beitrag anhand von Beispielen gemeinsam lösen.
Lasst uns nachdenken, ob uns vorweg gewisse Unterschiede einfallen?
Nun da wäre einmal das offensichtlichste Merkmal, dass bereits der Name verrät. Tagfalter fliegen bei Tag und Nachtfalter bei Nacht, ODER? Tja, diese Behauptung stimmt leider nicht ganz, ist aber für den Hausgebrauch völlig ausreichend. Um genau zu sein, es gibt etliche Nachtfalter die am Tag fliegen.
Wie ist es dann mit dem Argument, dass Tagfalter bunt und schön sind, Nachtfalter hingegen grau, unscheinbar und hässlich? Auch dies kann nicht als allgemeine Regel geltend gemacht werden, da Nachtfalter mitunter doch über kräftige Farben und wunderschöne Flügelzeichnungen verfügen.
Anhand der folgenden Abbildungen kann dem Hausverstand noch einmal auf den Zahn gefühlt werden, denn es ist manchmal wirklich nicht leicht sich zu einem Urteil durchzuringen.
Hier ist die Auflösung:
- Abb.1 Alcidis agathyrsus ist ein am Tag fliegender Nachtfalter aus Neuguinea
- Abb.2 Papilio laglaizei ist ein Tagfalter, der den Nachtfalter aus Abb. 1 nachahmt
- Abb.3 Hamadryas februar ist ein Tagfalter aus Südamerika
- Abb.4 Urania ripheus (Regenbogenfalter) ist ein am Tag fliegender Nachtfalter aus Madagaskar
- Abb.5 Argema mittrei (Kometenfalter) ist ein Nachtfalter
- Abb.6 Attacus atlas (Atlasfalter) einer der größten Nachtfalter der Welt
Die Erkennungskriterien
Falls das mit dem Hausverstand nicht so geklappt hat kommen hier die wichtigen Dinge auf die man achten muss.
- Tagfalter fliegen ausschließlich am Tag, haben schmale Fühler, die am Ende verdickt sind (Keulen). In der Ruheposition schlagen Tagfalter meistens die Flügel über dem Rücken zusammen.
- Nachtfalter fliegen vorwiegend in der Nacht, aber manche auch am Tag und haben ganz unterschiedlich ausgeprägte Fühler. Fadenförmig, gezahnt oder gefiedert gleichen sie jedoch niemals denen der Tagfalter. In der Ruheposition sind die Flügel der Nachtfalter meist neben dem Körper ausgebreitet und die Hinterflügel, die oftmals gänzlich anders gefärbt sind, sind unter den Vorderflügeln versteckt. Auch sehr häufig werden die Flügel dachförmig über dem Körper zusammengelegt.
So, lasst uns nun das gelernte umsetzten. Ich bin sicher diesmal klappt die Zuteilung Tagfalter bzw. Nachtfalter viel besser.
Hier sind noch die Namen der oben abgebildeten Schmetterlinge:
- Abb. 7 Inachis io (Tagpfauenauge) mit den verdickten Fühlerenden und der über dem Körper zusammengefaltenen Flügel ein typischer Tagfalter.
- Abb. 8 Arctia caja (Brauner Bär) mit gefiederten Fühlern und den seitlich ruhenden Flügeln ein typischer Nachtfalter.
- Abb. 9 Brintesia circe (Weißer Waldportier) mit über dem Körper zusammengefaltenen Flügel ein typischer Tagfalter. Die Fühlerenden sind leider nicht zu sehen.











